Sieben Jahrzehnte US-amerikanische Garnisonspolitik in Heidelberg und der Kurpfalz

Im Rahmen unserer Vortragsreihe in Kooperation mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, präsentierten wir am 21. Mai einen Vortrag von Professor Dr. Christian Führer. Der Mathematiker, Physiker, Astronom und Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sprach nicht etwa zu naturwissenschaftlichen Themen, sondern zu seinem Hobby: der US-Garnisonspolitik in Heidelberg. In einem leidenschaftlichen Vortrag gab Herr Führer einen detaillierten, aber gleichzeitig kurzweiligen Einblick, in die Geschichte des US-Militärs in Heidelberg. Neben zahlreichen persönlichen Geschichten von US-Soldaten und deutschamerikanischen Familien, die „ihr Herz in Heidelberg verloren“ haben, verriet Herr Führer zahlreiche spannende Hintergrundinformationen, die er in jahrelanger Recherche gesammelt hat. Er verdeutlichte anhand diverser Fotos aus den fast sieben Jahrzehnten, in denen US-Truppen in Heidelberg stationiert waren, welche Bedeutung die Stadt für die Soldaten hatte und wie die Stadt gleichzeitig von den Soldaten geprägt wurde. Dabei konnte das Publikum unter anderem sehen, wie US-amerikanische und sowjetische Soldaten in den 1960er Jahren während eines offiziellen Termins Zigaretten austauschten. Nach dem Vortrag verriet der BWL-Dozent, wie er zu seinem außergewöhnlichen Hobby kommt: als Kind fuhr er aus Versehen mit seinem Fahrrad in einen US-Militärstützpunkt in Heidelberg. Von diesem Moment an war er fasziniert von der amerikanischen Kultur und dem Leben im Militärdorf, das ihm, obschon Mitten in Heidelberg gelegen, so anders schien als der Rest der Stadt. So kam er immer wieder zurück und sammelte sämtliche Informationen, die er über die US-amerikanischen Soldaten in Heidelberg finden konnte.