Die Zukunft der EU – das Oberthema unserer drei EU-Workshops am 01. Juni 2017:

Zusätzlich zu unserem Angebot an Podiumsveranstaltungen bietet das FiS ein vielseitiges Workshop-Programm für den Abschluss des Europa-Monats am 01. Juni 2016 (15-18 Uhr, Campus Bergheim), in dem auf die vorherigen Veranstaltungen zurückgeblickt und mithilfe der umfassenden Expertise der jeweiligen Workshopleiter konkret über die Zukunft der Europäischen Union diskutiert werden soll.

Da die Teilnehmeranzahl zu den Workshops leider nur begrenzt ist, bitten wir um eine (formlose) Anmeldung per E-Mail an: europamonat@fis-hd.de

Workshop 1: Europa in der Referendumsfalle? Chancen und Risiken europapolitischer Volksabstimmungen (Workshopleiter: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Universität Hildesheim)

Das britische Referendum über einen Austritt aus der EU im Juni 2016 hat die Gefahr für das europäische Einigungsprojekt deutlich vor Augen geführt. Europaweit wird über die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit europapolitischer Volksabstimmungen diskutiert. Es ist zu erwarten, dass auch in anderen Partnerländern über das künftige Verhältnis zur EU mittels direktdemokratischer Beteiligung entschieden wird. Die Bundesrepublik Deutschland verfügt auf nationaler Ebene bislang nicht über eine Referendumstradition, geschweige denn ein entsprechendes verfassungsrechtliches Instrument. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren immer wieder und von verschiedener Seite für die Einführung partizipatorischer Entscheidungsverfahren für europapolitische Systementscheidungen geworben. Auch für den anstehenden Bundestagswahlkampf sind entsprechende Vorschläge zu erwarten. Das britische Referendum hat auch gezeigt, wie Abstimmung und Debatte zu einer intergenerationellen Zerreißprobe wurden. In diesem Workshop wollen wir einen vertiefenden Blick sowohl auf die Sinnhaftigkeit und Probleme europapolitischer Volksabstimmungen als auch auf die Möglichkeiten einer Durchführung eines entsprechenden Verfahrens in Deutschland oder auf europäischer Eben diskutieren.

Workshop 2: Wer ist die EU – und wenn ja, wie viele? Reflexionen über ein Europa der mehreren Geschwindigkeiten. (Workshopleiter: Sebastian Zeitzmann, Europäische Akademie Otzenhausen)

Stichwort: Europa der mehreren Geschwindigkeiten – Seit den Europäischen Gemeinschaften der 1950er Jahre haben sich die zunächst sechs, später zwölf Mitgliedstaaten scheinbar immer gemeinsam und einheitlich in eine Richtung bewegt. Alle Errungenschaften wurden gemeinsam erreicht. Und dann: wurde die Europäische Union zu groß – und ein einheitliches Voranschreiten zur Illusion? Wir werden die Frage diskutieren, ob es die „einheitliche Integration“ tatsächlich je gab, ob sie wünschenswert und realisierbar ist – und welche Lösungsmöglichkeiten wir uns für welche Tätigkeitsbereiche einer zukünftigen Europäischen Union vorstellen können.

Workshop 3: Europa im Diskurs: Can we make Europe great again? (Workshopleiterin: Marilena Geugjes, Universität Heidelberg)

Seit Jahrzehnten diskutiert die Wissenschaft über eine fehlende europäische Öffentlichkeit wie Identität, über das vermeintliche Demokratie-Defizit der EU und die sinkende Wahlbeteiligung bei Europawahlen. Noch dazu werden in ganz Europa populistische Parteien immer lauter und präsenter, die explizit gegen die Europäische Union eintreten. Die EU scheint ihre einstige Anziehungskraft längst verloren zu haben, was nicht zuletzt der Brexit gezeigt hat.
In diesem Workshop wollen wir die Imagekrise Europas unter die Lupe nehmen, darüber sprechen, welche Vorwürfe stimmen, welche nicht, und was verändert und verbessert werden könnte. Wir wollen vorherrschende Europadiskurse vergleichen und Strategien erarbeiten, wie ein erfolgreicher Europawahlkampf 2019 aussehen könnte. Wie kann man Populismus angehen? Wie kann man die europäischen Bürger*innen wieder ins Boot holen? Und wie können wir Europa wieder „great“ machen?