Krieg und Konflikt 4.0 – Sicherheit in einer digitalisierten Welt

Wir alle sind vernetzt – auf Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat und Co. Und immer häufiger werden auch wir als Privatpersonen Opfer gezielter Hackerangriffe. Auch auf staatlicher Seite, wie die US-Wahl im Jahr 2016 zeigte, nehmen sie mittlerweile eine ernste Bedrohung ein. Zuletzt wurden auch Hackerangriffe auf den Bundestagswahlkampf 2017 befürchtet und eine damit verbundene Einflussnahme russischer Geheimdienste zum Stimmengewinn der Partei AfD. Der Themenkomplex ist groß, die möglichen Lösungswege unübersichtlich und vielseitig. Die Aufgabe ist unklar, die Verantwortlichen nicht eindeutig zu identifizieren. Der Verdruss in der Bevölkerung nimmt zu. Gibt es überhaupt einen Ausweg und wie könnte dieser aussehen? Auch im Jahr 2017 widmete das Forum für internationale Sicherheit den jährlichen Heidelberger Dialog zur internationalen Sicherheit (HDiS) einem hoch aktuellen Spannungsfeld der Sicherheitspolitik. So trug er in diesem Jahr den Titel „Krieg und Konflikt 4.0 – Sicherheit in einer digitalisierten Welt“. Zum neunten Mal versammelten sich vom 27. bis 29. Oktober 2017 Student*Innen und Dozent*Innen aus ganz Deutschland, um über verschiedenste Aspekte des Themas zu diskutieren. In drei Workshops, einer Podiumsdiskussion und einem Social Event mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten wurde dazu zwei Tage nach Leitfäden und Lösungen gesucht. Den Auftakt des HDiS bildete die öffentliche Podiumsdiskussion auf der Julia Schulz (Stiftung Neue Verantwortung), Dr. Mart Laanemäe (Botschafter der Republik Estland in Deutschland) und Stefan Steiger (Universität Heidelberg) über das Thema „Das digitale Zeitalter – Gefahr oder Chance für die Demokratie?“ debattierten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Elisa Seith (Forum für internationale Sicherheit, Heidelberg). Der erste Workshop des Heidelberger Dialogs zur internationalen Sicherheit 2017, geleitet von Dr. Niklas Schörnig (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main), stand unter dem Titel „Automatisierung und Autonomisierung der Kriegsführung“. Unter Leitung von Matthias Schulze (Stiftung Wissenschaft und Politik) befassten sich die Teilnehmer*Innen im zweiten Workshop intensiv mit den neuen Angriffsvektoren, welche durch den gestiegenen Vernetzungsgrad moderner Gesellschaften entstanden. Der dritte Workshop nahm sich ein sehr breites und gleichzeitig sehr neues Thema der Konfliktforschung vor: „Ambivalenzen ‚neuer Medien‘ in politischen Konflikten“. Dazu begann Dr. Michael Oswald von der Universität Passau damit, die neue Rolle von sozialen Medien in der politischen Kommunikation zu beleuchten. Welche Rolle Facebook, Twitter & Co konkret im Konfliktgeschehen zugeschrieben werden kann, versuchte Annerose Nisser von der Universität Konstanz in ihrem Gastvortrag zu beleuchten. Der aus Berlin live per Skype zugeschaltete dritte Referent, Daniel Moßbrucker, äußerte sich abschließend zu Fake News. Der HDiS wurde vom Social Event abgerundet, welches vom Chaos Computer Club gestaltet wurde und in verschieden Workshops den persönlichen Schutz der Privatsphäre thematisierte und praktische Handlungsanweisungen bot.

 


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