Am Mittwoch, den 08.November 2017 lud das Forum für Internationale Sicherheit in Kooperation mit dem Heidelberg Center for American Studies und der Deutschen Atlantischen Gesellschaft zur Podiumsdiskussion zum Thema „Der Trump-Effekt – Ein Jahr nach der Wahl“ ein. Moderiert wurde der Abend von Herrn Prof. Dr. Sebastian Harnisch vom Institut für Politische Wissenschaft in Heidelberg. Als Diskutanten waren Herr PD Dr. Martin Thunert vom Heidelberg Center for American Studies, Herr Dr. David Sirakov von der Atlantischen Akademie sowie Frau Dr. Caroline Fehl von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung geladen.
Die Diskussion begann mit der Frage, ob das Ziel Donald Trumps, Amerika wieder zu alter Größe zu verhelfen, erreicht worden sei. Dies sei nicht der Fall, denn seine Erfolge beziehen sich mehr auf die Präsidentschaftswahl als solche statt auf tatsächliche legislative Erfolge.
Anschließend wurde erwähnt, dass Trump eher ein Symptom längerfristig wirkender Kräfte als deren Ursache sei. Ohne ihn als Präsidenten wäre die Polarisierung in Bezug auf den generellen Skeptizismus gegenüber internationalen Organisationen und Abkommen jedoch weniger stark ausgeprägt als sie es heute ist.
Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Angela Merkel ist im Vergleich zum Verhältnis zwischen Barack Obama und Angela Merkel eher schwierig. Zukünftig könne sich Frankreich mit Präsident Macron trotz inhaltlicher Differenzen anstelle Deutschlands an Trump annähern . Bezüglich der Frage, ob man Trump metaphorisch als „Twitterkönig“ bezeichnen könne, der aus dem Bauch heraus Zeilen veröffentliche, stellt Herr Dr. David Sirakov heraus, dass es trotz allem wichtig sei, Trumps Äußerungen ernst zu nehmen, ganz gleich über welchen Kanal diese geteilt wurden. Frau Dr. Caroline Fehl sowie Herr PD Dr. Martin Thunert räumen Trumps Beratern, wie etwa Tochter Ivanka ein, einen Einfluss auf den Präsidenten zu haben, jedoch sei der tatsächliche policy-impact beschränkt, wie man beispielsweise beim Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen sehen könne.
Obwohl er innenpolitisch kein starker Präsident sei, trauen ihm viele zu, wiedergewählt zu werden und die republikanische Partei im Zuge der mid-terms in seinem Sinne zu gestalten. Der größte Teil der sich als RepublikanerInnen identifizierenden BürgerInnen stehe weiterhin zu Trump, allerdings sinke die absolute Zahl der sich als RepublikanerInnen identifizierende BürgerInnen. Nun müsse dem Abbau der Politik Obamas eine positive Gesetzgebung, wie zum Beispiel die Unternehmenssteuerreform, folgen, da über Trump momentan die Russland-Affäre sowie der Fehler, den FBI-Chef Comey entlassen zu haben, hänge.
Die Podiumsdiskussion endete mit der Frage, inwieweit Trump ein Sicherheitsrisiko in Bezug auf den Iran und Nordkorea darstelle. Die Diskutanten kamen zu dem Ergebnis, dass Präsident Trump vor allem ein sehr großer Unsicherheitsfaktor sei.
In der anschließenden Fragerunde wurde besprochen, wie realistisch es sei, dass Präsident Trump wiedergewählt werde, ob seine Sicherheitspolitik für Asien gefährlicher als für Europa sei und warum der Dow-Jones unbeeindruckt von ausbleibender Steuerreform steige.