Am 25.10.2019 begrüßen das Forum für internationale Sicherheit und das Katholische Universitätszentrum Heidelberg Prof. em. Dr. Herfried Münkler als Gesprächspartner zum Thema „Auf dem Weg ins autokratische Jahrhundert? Das Ringen um eine neue Weltordnung zwischen China und dem Westen“. Die Veranstaltung mit anschließendem Empfang findet um 18:00 Uhr c.t. im Edith-Stein-Haus Heidelberg (Neckarstaden 32) statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Seit dem Zweiten Weltkrieg war die internationale Ordnung wesentlich von „westlichen“ Vorstellungen und Normen wie dem weltweiten Schutz der Menschenrechte, der Förderung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit und freiem wirtschaftlichen Handel geprägt. Insbesondere die USA waren maßgeblich an der Schaffung eines institutionellen Netzwerks zum Schutz und zur Festigung dieser Ordnung beteiligt, das den normativen Anspruch erhob, Stabilität und Frieden in der Weltpolitik zu gewährleisten. Doch seit einigen Jahren gerät dieses Ordnungsmodell unter zunehmenden Druck. Die Verlagerung des weltwirtschaftlichen Schwerpunktes vom Transatlantik nach Asien und damit einhergehend der ökonomische, militärische und politische Aufstieg Chinas zur dominanten Regionalmacht stellen den Westen vor eine Vielzahl von Herausforderungen. So treibt China mit aggressiven Mitteln seine territoriale Expansion in umstrittenen Gebieten des Südchinesischen Meeres voran. Gleichzeitig hat sich die „One Belt, One Road“ Initiative Pekings zu einem ökonomischen Machtinstrument und Druckmittel gewandelt, während massive Infrastrukturprojekte Chinas insbesondere in Afrika (aber auch in Europa) neue Abhängigkeitsverhältnisse schaffen. Die Staaten des Westens befinden sich derweil in einem nie dagewesenen internen Entfremdungsprozess, der ihre Handlungsfähigkeit weiter schwächt. Der Rückzug der USA aus ihrer Rolle als Garant eines internationalen Multilateralismus unter Präsident Trump vermittelt den Eindruck eines brüchigen, sich im Umbruch befindlichen Fundaments der internationalen Ordnung. Vor diesem Hintergrund wird sich die Diskussion u.a. folgenden Fragen widmen:

  • Steht die westlich geprägte Weltordnung vor ihrer Auf- oder Ablösung? Welche Ordnungsmodelle könnten an ihre Stelle treten? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für internationale Kooperation und etablierte Institutionen der „Global Governanve“?
  • Wie könnte eine „Neuverhandlung“ der internationalen Ordnung für das 21. Jahrhundert zwischen China und dem Westen aussehen? Mit welchen Mitteln wird der Konflikt um die zukünftigen „Spielregeln der Weltpolitik“ ausgetragen werden? Droht gar ein offener Konflikt zwischen China und den westlichen Demokratien?