Grenzen in einer entgrenzten Welt – Konflikte, Klärung, Konsequenzen

Der Heidelberger Dialog zur internationalen Sicherheit (HDiS) jährte sich 2018 zum zehnten Mal. Vom 09. November bis 11. November 2018 lud das Forum für internationale Sicherheit (FiS) StudentInnen und DozentInnen aus ganz Deutschland nach Heidelberg ein, um unter dem vielseitigen Thema „Grenzen in einer entgrenzten Welt – Konflikte, Klärung, Konsequenzen“ in vier Workshops Beispiele zu analysieren, zu diskutieren und praktische Erfahrungen in der Konfliktlösung zu machen. Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion am 09. November 2018 im Edith-Stein-Haus Heidelberg unter dem Titel „Grenzen humanitärer Interventionen“ statt. Die englischsprachige Veranstaltung wurde von Dr. Magdalena Kirchner (CONIAS Risk Intelligence) moderiert. Am Podium nahmen die DiskutantInnen Gregor Hofmann (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung), Alexandra Kemmerer (Leiterin des Berliner Büros des Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht), Dr. Ulrike von Pilar (Gründungspräsidentin von Ärzte ohne Grenzen Deutschland) und Prof. Dr. Jamie Shea (ehem. NATO Deputy Assistant Secretary General for Emerging Security Challenges) teil.

In drei Workshops wurde im Anschluss zentralen Fragen des Themas nachgegangen.

Aufgrund der Aktualität von Autonomiefragen und Abspaltungstendenzen in Europa sollte in Workshop I der Frage nach diplomatischen Strategien zur Lösung von Autonomiekonflikten nachgegangen werden. Unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Riedel (Stiftung Wissenschaft und Politik) wurde aus politikwissenschaftlicher Sicht mit Hilfe ausgewählter Autonomiekonflikte das Thema Grenzen für Europa beleuchtet.

Die Leitung des zweiten Workshops zum Thema „Grenzen als Konfliktgegenstand“  übernahm Martina Bail, die als Beraterin der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in einem Projekt zum Menschenrechtsdialog in Mauretanien tätig ist. Unter der Grundannahme, dass die Lösung von Konflikten, die durch Grenz- und Gebietsstreitigkeiten ausgelöst wurden, durch die engen Verbindungen zu Staatsgebiet und -volk erschwert werde, wurden in diesem Workshop Grenzkonflikte entlang dreier Leitthemen erarbeitet: (1) ihre Entstehungsbedingungen, (2) der Einfluss ethnisch-religiöser, historischer und geopolitischer Faktoren, und (3) die jeweilige Akteurskonstellation.

Im dritten Workshop unter der Leitung von Manuel Gath (Junge Föderalisten Europa) zum Thema „Grenzerosion? Souveränität als dehnbares Konzept“ stand das Konzept der staatlichen Souveränität im Mittelpunkt. Dabei wurde den Fragen nachgegangen, in welchen Formen staatliche Souveränität auftritt und inwieweit sie heute überhaupt noch relevant ist. Dies wurde am Beispiel der EU verdeutlicht.

Der praxisorientierte Workshop bildete den Abschluss des HDiS 2018. Der Workshop, geleitet von Juliane Ade (boscop eG) und Monika B. Arzberger (koiné GmbH), beschäftigte sich mit Mediation als einem möglichen Verfahren der Konfliktklärung. Ausgehend von dem Spektrum unterschiedlicher Konfliktbeilegungsansätze wurde anschließend Mediation, die Rolle, Haltung und Arbeitsweise von MediatorInnen, intensiver betrachtet. Nach theoretischen Impulsen wurden die vermittelten Inhalte in Gruppen- und Rollenspielen aktiv erprobt. Die praktische Umsetzung verdeutlichte die fachlichen und emotionalen Herausforderungen der Mediation, wie die Schwierigkeit, Allparteilichkeit zu wahren. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass Mediation in der Friedensvermittlung internationaler Konflikte schwierig ist, aber von entscheidender Bedeutung sein kann.


Mit freundlicher Unterstützung:

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