Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Asyl-Politik?

14. – 15. Mai 2022: Workshops

Samstag & Sontag, jeweils ab 9 Uhr, im CATS Heidelberg



Die europäische Asyl-Politik demonstriert wie keine andere die Zerrissenheit der Europäischen Union zwischen dem Prinzip der Solidarität und fortwährender nationaler Interessen. Anstelle gemeinsamer Beschlüsse auf EU-Ebene wurde die Asyl-Politik überwiegend von Alleingängen auf der einen und Überlastung auf der anderen Seite bestimmt. Wie stark die Unterstützung einer solidarischen Lösung von der eigenen nationalen Betroffenheit abhängt, zeigte sich erst kürzlich bei den schnellen Einigungen zur Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine. Neben diesen Herausforderungen stellen die Fluchtbewegungen nach Europa im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die alternde Gesellschaft eine große Chance für die EU da.

Bei einem interaktiven Workshop-Wochenende wollen wir darum die Hindernisse im Reformprozess, die Interessen der Mitgliedstaaten, die Rolle der EU und der Situation der Geflüchteten ergründen. Am Samstag, den 14. Mai 2022 beleuchten und diskutieren wir in fünf separaten Workshops die Perspektive der (1) Ankunfts-, (2) Transit-, (3) und Zielländer, (4) der Geflüchteten sowie (5) der EU.
Am darauffolgenden Sonntag, den 15. Mai wollen wir die Ergebnisse der Workshops im Rahmen eines Gallery Walks präsentieren und uns austauschen, um die verschiedenen Perspektiven zusammenzuführen und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.


Workshop 1

Die Perspektive der Ankunftsländer

Referent: Dr. Marcus Engler

Deutsches Zentrum für Migrations- und Integrationsforschung (DeZim-Institut)

Dr. Marcus Engler ist Sozialwissenschaftler und forscht seit September 2020 am DeZIM-Istitut. Er befasst sich intensiv mit Flucht- und Migrationsbewegungen sowie mit deutscher, europäischer und globaler Flüchtlings- und Migrationspolitik. U.a. arbeitete er beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), für das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Humboldt-Universität zu Berlin und das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Zuletzt war er als freiberuflicher Forscher und Berater für zahlreiche Organisationen und Forschungsprojekte im In- und Ausland tätig.

Workshop 2

Die Perspektive der Transitländer

Referent: Dr. Kai Olaf Lang

Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)

Dr. Kai-Olaf Lang ist Senior Fellow an der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) mit den Forschungsschwerpunkten Baltische Staaten, Mittel- und Osteuropa, EU-Erweiterungspolitik, Europäische Union und Östliche Partnerschaft. Davor forschte er als Research Fellow am Bundesinstitut für internationale und ostwissenschaftliche Studien (BIOst) in Köln. Daneben ist er Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), der Deutsch-Polnischen Kopernikus-Gruppe und des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums.

Workshop 3

Die Perspektive der Zielländer

Referentin: Dr. Natascha Zaun

European Institute at London School of Economics (LSE)

Dr. Natascha Zaun ist Assistant Professor am European Institute der London School of Economics. Zuvor war sie als Postdoktorandin am Refugee Studies Centre der Universität Oxford sowie an der Professur für Internationale Politik der Universität Mainz tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der europäischen Migrations- und Asylpolitik sowie der innereuropäischen Solidarität.

Workshop 4

Die Perspektive der Geflüchteten

Referentin: Clara Graulich

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Clara Graulich arbeitet als Junior-Beraterin im Sektorvorhaben Flucht der Deutschen Gesellschaft für Internationalen Zusammenarbeit (GIZ) und berät das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zum Thema Flucht. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind dabei die Gender, mentale Gesundheit, Bildung und Klima. Zuvor war sie bei Migration Hub Heidelberg als Vorstandsmitglied aktiv. Zur Zeit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ unterstützte sie die humanitäre Versorgung im Camp Idomeni an der griechisch-nordmazedonischen Grenze und berichtete in verschiedenen Zeitungen zu der Situation vor Ort.

Referentin: Vanessa Pham & Zehra Tuzkaya

Migration Hub Heidelberg

Der Migration Hub Heidelberg ist ein Netzwerk in der Rhein-Neckar Region, welches Migration als gelebte Realität versteht. Dieses Ziel leitet ihre Arbeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen für Migrant*innen, ihre Initiativen als auch lokale Akteur*innen im Bereich Migration und Antidiskriminierung. Sie geben der Perspektive von Menschen mit Migrationsgeschichte Raum, indem sie ihr Engagement stärken und als physischer Ort des Austausches und der Kooperation für ein nachhaltiges und zielgerichtetes Engagement dienen. 

Vanessa Pham (sie/ihr) studiert Politikwissenschaft & Soziologie an der Uni Heidelberg und engagiert sich in verschiedenen antirassistischen Projekten wie dem Antirassismusnetzwerk und als Vorstandsmitglied von Migration Hub Heidelberg für eine intersektional gerechte Gesellschaft.  

Zehra Tuzkaya (sie/ihr) studiert Ethnologie, Bildungswissenschaft, Philosophie & Politikwissenschaft an der Uni Heidelberg und ist als Vorstandsmitglied von Migration Hub Heidelberg, sowie als Aktivistin in weiteren antirassistischen Räumen aktiv.

Workshop 5

Die Perspektive der Europäischen Union

Referent: Dr. Raphael Bossong

Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)

Dr. Raphael Bossong forscht an der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) mit Schwerpunkt auf den Bereichen EU-Antiterrorismuspolitik, Grenzsicherung und Auswirkungen der Migrationskrise auf die EU. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Viadrina sowie am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Darüber hinaus war er wissenschaftlicher Assistent am Department for International Relations an der London School of Economics and Political Science.