Zukünftige Veranstaltungen

09.05.2012, 18:00 Uhr
Vernissage
zur Fotoausstelllung "Die Kunst, vom Krieg zu berichten"
(Campus Bergheim, Universität Heidelberg)

19. - 21.10.2012
HDiS 2012
Der Heidelberger Dialog zur internationalen Sicherheit 2012 zum Thema "Kooperation im Spannungsfeld: Zum Verhältnis von Entwicklungs- und Sicherheitspolitik"

 

ÜBERSICHT ÜBER DEN HDiS (2009)

 

Einführungsveranstaltung
Politische Konflikte I Völkerrecht I Außenpolitik I
Politische Konflikte II Völkerrecht II Außenpolitik II
Podiumsdiskussion
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Hilfe oder Selbsthilfe? Die Reaktion der starken Staaten Europas auf die Folgen schwacher Staatlichkeit

Oberst d.R. Michael Sauer

 

Um den im vorangegangen Workshop aufgeworfenen Fragen eine empirische Grundlage zu bieten und diejenigen Instrumente der Außen- und Sicherheitspolitik zu evaluieren, die im Zusammenhang mit schwacher Staatlichkeit zum Einsatz kommen, referierte Oberst d.R. Michael Sauer, Vizepräsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr und ehemaliger ZDF-Sendeleiter, zum Thema „Hilfe oder Selbsthilfe? Die Reaktion der starken Staaten Europas auf die Folgen schwacher Staatlichkeit“ am Beispiel des Balkankonfliktes

Die Teilnehmer hatten sich mit Hilfe des Readers die theoretischen Grundlagen zur Entstehung des Konfliktes auf dem Balkan sowie zum dortigen Einsatz der Bundeswehr angeeignet. Daher setzte Michael Sauer direkt beim Einsatz der Bundeswehr an und erklärte - durch einen ergänzenden Bildvortrag besonders anschaulich - wie zivil-militärische Zusammenarbeit in Bosnien und Herzegowina verläuft. Michael Sauer war 2004 selbst in Sarajevo eingesetzt. In dem Workshop wurde herausgearbeitet, was die Bundeswehr leisten kann und welche Aufgaben zivile Organisationen übernehmen müssen. So ging Herr Sauer auch auf organisierte Kriminalität und fehlende Zusammenarbeit zwischen den Ethnien ein. Er bezweifelte in diesem Zusammenhang den Erfolg finanzieller Sanktionen, die u.a. bei Verweigerung von gemeinsamem Unterricht für Kinder verschiedener Religionen Anwendung finden. Finanzielle Druckmaßnahmen verbleiben seiner Meinung nach wirkungslos, wenn eine Partei eine Schlüsselindustrie besitzt, in diesem Fall die Holzindustrie, mit deren Mitteln eine unabhängige Finanzierung möglich ist. In der Diskussion mit den Teilnehmern wurde auch auf den Vergleich zu dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan eingegangen. Dabei wurden sowohl militärische Unterschiede als auch Unterschiede in der Zivilbevölkerung diskutiert.

Als Fazit zogen die Teilnehmer, dass der Konflikt in Bosnien und Herzegowina durch das Zusammenspiel von militärischen und zivilen Maßnahmen beigelegt werden konnte. Dies lasse sich aber nicht als Erfolgkonzept werten, das beliebig auf andere Konflikte übertragbar ist. Für Bosnien und Herzegowina erwarten die Teilnehmer, gerade weil das Land einen EU-Beitritt anstrebt, eine positive Entwicklung - auch wenn bis dahin sicher noch zahlreiche Forderungen erfüllt werden müssen.