Zukünftige Veranstaltungen

Die Veranstaltungen für das Jahr 2012 werden in Kürze bekannt gegeben.

 

RÜCKSCHAU AUF DIE HEIDELBERG SPRING ADDRESS
ON INTERNATIONAL SECURITY 2010

Das Thema: „Nato 2020: The Greatest Alliance (For-)ever Formed?“ stieß vor dem Hintergrund gegenwärtiger internationaler Einsätze und den damit verbundenen Fragen und Problemen auf breites Interesse. Die Alte Aula der Universität war gut gefüllt, 180 interessierte Gäste hatten sich eingefunden, um Gastredner Jamie  Shea zuzuhören und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die rege Teilnahme offenbarte ein beträchtliches Interesse an aktuellen sicherheitspolitischen Fragestellungen in Heidelberg und darüber hinaus. Professor Jamie Shea, seit 2005 Director of Policy Planning im Büro des Generalsekretärs der NATO in Brüssel, verstand es, sich die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft sowohl mit interessanten, anspruchsvollen Inhalten als auch mit brillanter Rhetorik und Humor zu sichern. 

2008 charakterisierte US-Präsident Barack Obama in seiner Berliner Rede die NATO als „die großartigste Allianz, die je geschmiedet wurde“. Auf die Begrüßung durch Prof. Dr. Manfred G. Schmidt von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Thomas Wencker vom Forum für internationale Sicherheit sowie die Auszeichnung des FiS durch die Deutsche Bank, folgte eine Einführung in die Thematik der Veranstaltung durch Prof. Dr. Aurel Croissant vom Institut für Politische Wissenschaft. Im Anschluss ging Jamie Shea auf die Geltung der NATO in Gegenwart und Zukunft ein. Entspricht die Bezeichnung der NATO als "greatest alliance ever formed" ihrer Bedeutung im 21. Jahrhundert? Welche Rolle wird der NATO bei der Bewältigung der Probleme unseres Jahrhunderts zukommen, welches Potenzial besitzt sie? Welchen Herausforderungen muss sie sich stellen, welche Reformen, Fortschritte wären wünschenswert? – Jamie Shea’s Vortrag war in der Tat inhaltsreich.
Die NATO, so Shea, stehe vor der Aufgabe, immer wieder neu angemessene Lösungen zu suchen, um auf aktuelle Probleme zu reagieren und sie zu bewältigen. Sie stehe einer Weltöffentlichkeit gegenüber, die wenig Konzentration auf vergangene Erfolge kennt. Somit gehe es nicht darum, ein vergangenes Bild der NATO aufrecht zu erhalten, sondern ihr eine der Gegenwart angemessene strategische Ausrichtung zu geben. Als Bündnis zahlreicher Staaten verfüge die NATO über ein großes Potenzial, um auf aktuelle Problemstellungen zu reagieren. Um diese zu bewältigen, sei es jedoch nicht nur notwendig, als „Einzelkämpfer“ an der Front zu stehen, sondern in Kooperation mit EU und UN voranzuschreiten, um den Nutzen und das Potenzial einer derartigen Verbindung auszuschöpfen. Die NATO müsse sich der Aufgabe stellen, trotz der Zerreißprobe durch staatliche und überstaatliche Interessen der vertretenen Nationalstaaten erfolgreiche Lösungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Probleme und Herausforderungen zu entwickeln.

In der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion, die durch Prof. Dr. Sebastian Harnisch vom Lehrstuhl für Internationale Beziehungen geleitet wurde, hatten die interessierten Besucher die Möglichkeit, das stragische Konzept der NATO, den NATO-Einsatz in Afghanistan und die Kooperation zwischen EU, UN und NATO zu diskutieren und weitere praxisnahe Informationen aus erster Hand zu erfahren.