Zukünftige Veranstaltungen

09.05.2012, 18:00 Uhr
Vernissage
zur Fotoausstelllung "Die Kunst, vom Krieg zu berichten"
(Campus Bergheim, Universität Heidelberg)

19. - 21.10.2012
HDiS 2012
Der Heidelberger Dialog zur internationalen Sicherheit 2012 zum Thema "Kooperation im Spannungsfeld: Zum Verhältnis von Entwicklungs- und Sicherheitspolitik"

 

Heidelberg Spring Address
on international Security:

Jamie Shea

NATO 2020: The "Greatest Alliance (For)ever Formed"?

17. Juni 2010, 14:30 Uhr
Aula der alten Universität

 

Die Heidelberg Spring Address on international Security, die im Juni 2010 erstmals gemeinsam vom Forum für internationale Sicherheit und dem Institut für Politische Wissenschaft ausgerichtet wurde, soll einen intensiven Austausch zu unterschiedlichen Aspekten einer zentralen Fragestellung der Friedens- und Konfliktforschung ermöglichen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Brückenschlag zwischen der akademischen und der politisch-gesellschaftlichen Welt sowie dem inner- und interdisziplinären Dialog zwischen Studierenden, Graduierten und erfahrenen Wissenschaftlern, renommierten Experten sowie engagierten Vertretern der Gesellschaft und der politischen Praxis. Im Zentrum der Veranstaltungen steht also neben dem Austausch auch die Vernetzung von Ideen, Institutionen und denjenigen Persönlichkeiten, die heute oder in Zukunft die wissenschaftliche Forschung und die politische Umsetzung der dort entwickelten Konzepte mit gestalten und vorantreiben.
In diesem Kontext soll bei den Studierenden sowie der interessierten Öffentlichkeit eine Diskussion über aktuelle sicherheitspolitische Themen angeregt werden, um neue Impulse für theoretische Innovationen und praktische Anwendungen friedenspolitischer Konzepte zu erzeugen. Bei der Auswahl des Referenten wird darauf geachtet, die Vertreter der genannten Heidelberger Institutionen ebenso einzubinden wie nationale und internationale Experten aus dem entsprechenden Themenfeld.

 

 

Zum Inhalt

Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, ob die Charakterisierung der NATO als „die großartigste Allianz, die je geschmiedet wurde“, wie sie Barack Obama in seiner Berliner Rede 2008 wählte, in Gegenwart und Zukunft Geltung besitzt.
Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Veränderungen der internationalen Ordnung und des Wandels der Bedrohungslage westlicher Staaten, steht diese Frage im Vordergrund bei der Betrachtung der globalen sicherheitspolitischen Situation. Die laufenden Einsätze der NATO in Afghanistan, im Kosovo und am Horn von Afrika werden dabei ebenso angesprochen wie der zukünftige Platz der NATO in einer Welt zunehmender Regionalisierung. Die wachsende Bedeutung aufstrebender nicht-westlicher Mächte – die „neue“ multipolare Weltordnung – ist eine zentrale Determinante der zukünftigen Ausrichtung des Sicherheitsbündnisses. In diesem Rahmen stellt sich außerdem die Frage nach den Relationen zwischen den Institutionen der Europäischen Union und denen der NATO.
In der Diskussion dieser Aspekte wurde nicht zuletzt auch inhaltlich an den Heidelberger Dialog 2009 angeschlossen, der sich mit dem Phänomen schwacher Staatlichkeit und der wachsenden Bedeutung nicht-staatlicher Gewaltakteure auseinandergesetzt hat. Inwiefern die NATO passende Konzepte zur Adressierung dieser Entwicklungen bieten kann, wurde im Rahmen der Heidelberg Spring Address diskutiert.

 

top


Zum Referenten

Mit Jamie Shea konnte ein hochkarätiger und rhetorisch brillanter Redner für die Premiere der Heidelberg Spring Address gewonnen werden. Durch seine langjährige Mitarbeit bei der NATO und seine Lehrtätigkeit an zahlreichen Universitäten weltweit steht er exemplarisch für die Idee des FiS, die akademische und praktische Seite sicherheitspolitischer Themen zusammenzubringen.
Zu Zeiten der durch die NATO geleiteten Intervention im ehemaligen Jugoslawien erlangte Jamie Shea als Pressesprecher internationale Berühmtheit. Seine Erfahrungen als Assistent und Berater des Generalsekretärs machen ihn zu einem der besten Kenner der strategischen Ausrichtung des Sicherheitsbündnisses in der Vergangenheit und Zukunft.
In seiner Position als Direktor des politischen Planungsstabes des NATO-Generalsekretärs und leitender Sachbearbeiter der internen Denkfabrik der NATO, die er seit 2005 bekleidet, obliegt ihm die Koordination und Gestaltung der intensiv diskutierten strategischen Neuausrichtung des Bündnisses in Bezug auf die neuen globalen Herausforderungen. Neben seinen fachlichen Kenntnissen eignet er sich als exzellenter Redner insbesondere für die Darstellung der zukünftigen Ausrichtung westlicher Sicherheitsstrategien.

 

top


Struktur und Ablauf der Spring Address 2010:

Eröffnung
Prof. Dr. Manfred G. Schmidt
Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Auszeichnung im Rahmen der Initiative "365 Orte im Land der Ideen"
Uwe Hollmichel
Deutsche Bank Heidelberg

Begrüßung durch die Veranstalter
Prof. Dr. Aurel Croissant
Institut für Politische Wissenschaft

Thomas Wencker, M.A.
Forum für internationale Sicherheit Heidelberg

Vortrag
“NATO 2020: The Greatest Alliance (For)ever Formed?”
Jamie Shea
Director of Policy Planning at the Private Office of the Secretary General
NATO Headquarters, Brussels

Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Sebastian Harnisch
Institut für Politische Wissenschaft

Im Anschluss an die Veranstaltung fand ein Empfang in der Bel Etage der Alten Aula statt.

 

top


Rückschau auf den HSAiS 2010

 

Das Thema: „Nato 2020: The Greatest Alliance (For-)ever Formed?“ stieß vor dem Hintergrund gegenwärtiger internationaler Einsätze und den damit verbundenen Fragen und Problemen auf breites Interesse. Die Alte Aula der Universität war gut gefüllt, 180 interessierte Gäste hatten sich eingefunden, um Gastredner Jamie  Shea zuzuhören und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die rege Teilnahme offenbarte ein beträchtliches Interesse an aktuellen sicherheitspolitischen Fragestellungen in Heidelberg und darüber hinaus. Professor Jamie Shea, seit 2005 Director of Policy Planning im Büro des Generalsekretärs der NATO in Brüssel, verstand es, sich die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft sowohl mit interessanten, anspruchsvollen Inhalten als auch mit brillanter Rhetorik und Humor zu sichern. 

2008 charakterisierte US-Präsident Barack Obama in seiner Berliner Rede die NATO als „die großartigste Allianz, die je geschmiedet wurde“. Auf die Begrüßung durch Prof. Dr. Manfred G. Schmidt von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Thomas Wencker vom Forum für internationale Sicherheit sowie die Auszeichnung des FiS durch die Deutsche Bank, folgte eine Einführung in die Thematik der Veranstaltung durch Prof. Dr. Aurel Croissant vom Institut für Politische Wissenschaft. Im Anschluss ging Jamie Shea auf die Geltung der NATO in Gegenwart und Zukunft ein. Entspricht die Bezeichnung der NATO als "greatest alliance ever formed" ihrer Bedeutung im 21. Jahrhundert? Welche Rolle wird der NATO bei der Bewältigung der Probleme unseres Jahrhunderts zukommen, welches Potenzial besitzt sie? Welchen Herausforderungen muss sie sich stellen, welche Reformen, Fortschritte wären wünschenswert? – Jamie Shea’s Vortrag war in der Tat inhaltsreich.
Die NATO, so Shea, stehe vor der Aufgabe, immer wieder neu angemessene Lösungen zu suchen, um auf aktuelle Probleme zu reagieren und sie zu bewältigen. Sie stehe einer Weltöffentlichkeit gegenüber, die wenig Konzentration auf vergangene Erfolge kennt. Somit gehe es nicht darum, ein vergangenes Bild der NATO aufrecht zu erhalten, sondern ihr eine der Gegenwart angemessene strategische Ausrichtung zu geben. Als Bündnis zahlreicher Staaten verfüge die NATO über ein großes Potenzial, um auf aktuelle Problemstellungen zu reagieren. Um diese zu bewältigen, sei es jedoch nicht nur notwendig, als „Einzelkämpfer“ an der Front zu stehen, sondern in Kooperation mit EU und UN voranzuschreiten, um den Nutzen und das Potenzial einer derartigen Verbindung auszuschöpfen. Die NATO müsse sich der Aufgabe stellen, trotz der Zerreißprobe durch staatliche und überstaatliche Interessen der vertretenen Nationalstaaten erfolgreiche Lösungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Probleme und Herausforderungen zu entwickeln.

In der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion, die durch Prof. Dr. Sebastian Harnisch vom Lehrstuhl für Internationale Beziehungen geleitet wurde, hatten die interessierten Besucher die Möglichkeit, das stragische Konzept der NATO, den NATO-Einsatz in Afghanistan und die Kooperation zwischen EU, UN und NATO zu diskutieren und weitere praxisnahe Informationen aus erster Hand zu erfahren.