Die Heidelberg Spring Address on international Security, die im Juni 2010 erstmals gemeinsam vom Forum für internationale Sicherheit und dem Institut für Politische Wissenschaft ausgerichtet wurde, soll einen intensiven Austausch zu unterschiedlichen Aspekten einer zentralen Fragestellung der Friedens- und Konfliktforschung ermöglichen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Brückenschlag zwischen der akademischen und der politisch-gesellschaftlichen Welt sowie dem inner- und interdisziplinären Dialog zwischen Studierenden, Graduierten und erfahrenen Wissenschaftlern, renommierten Experten sowie engagierten Vertretern der Gesellschaft und der politischen Praxis. Im Zentrum der Veranstaltungen steht also neben dem Austausch auch die Vernetzung von Ideen, Institutionen und denjenigen Persönlichkeiten, die heute oder in Zukunft die wissenschaftliche Forschung und die politische Umsetzung der dort entwickelten Konzepte mit gestalten und vorantreiben.
In diesem Kontext soll bei den Studierenden sowie der interessierten Öffentlichkeit eine Diskussion über aktuelle sicherheitspolitische Themen angeregt werden, um neue Impulse für theoretische Innovationen und praktische Anwendungen friedenspolitischer Konzepte zu erzeugen. Bei der Auswahl des Referenten wird darauf geachtet, die Vertreter der genannten Heidelberger Institutionen ebenso einzubinden wie nationale und internationale Experten aus dem entsprechenden Themenfeld.
Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, ob die Charakterisierung der NATO als „die großartigste Allianz, die je geschmiedet wurde“, wie sie Barack Obama in seiner Berliner Rede 2008 wählte, in Gegenwart und Zukunft Geltung besitzt.
Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Veränderungen der internationalen Ordnung und des Wandels der Bedrohungslage westlicher Staaten, steht diese Frage im Vordergrund bei der Betrachtung der globalen sicherheitspolitischen Situation. Die laufenden Einsätze der NATO in Afghanistan, im Kosovo und am Horn von Afrika werden dabei ebenso angesprochen wie der zukünftige Platz der NATO in einer Welt zunehmender Regionalisierung. Die wachsende Bedeutung aufstrebender nicht-westlicher Mächte – die „neue“ multipolare Weltordnung – ist eine zentrale Determinante der zukünftigen Ausrichtung des Sicherheitsbündnisses. In diesem Rahmen stellt sich außerdem die Frage nach den Relationen zwischen den Institutionen der Europäischen Union und denen der NATO.
In der Diskussion dieser Aspekte wurde nicht zuletzt auch inhaltlich an den Heidelberger Dialog 2009 angeschlossen, der sich mit dem Phänomen schwacher Staatlichkeit und der wachsenden Bedeutung nicht-staatlicher Gewaltakteure auseinandergesetzt hat. Inwiefern die NATO passende Konzepte zur Adressierung dieser Entwicklungen bieten kann, wurde im Rahmen der Heidelberg Spring Address diskutiert.
Mit Jamie Shea konnte ein hochkarätiger und rhetorisch brillanter Redner für die Premiere der Heidelberg Spring Address gewonnen werden. Durch seine langjährige Mitarbeit bei der NATO und seine Lehrtätigkeit an zahlreichen Universitäten weltweit steht er exemplarisch für die Idee des FiS, die akademische und praktische Seite sicherheitspolitischer Themen zusammenzubringen.
Zu Zeiten der durch die NATO geleiteten Intervention im ehemaligen Jugoslawien erlangte Jamie Shea als Pressesprecher internationale Berühmtheit. Seine Erfahrungen als Assistent und Berater des Generalsekretärs machen ihn zu einem der besten Kenner der strategischen Ausrichtung des Sicherheitsbündnisses in der Vergangenheit und Zukunft.
In seiner Position als Direktor des politischen Planungsstabes des NATO-Generalsekretärs und leitender Sachbearbeiter der internen Denkfabrik der NATO, die er seit 2005 bekleidet, obliegt ihm die Koordination und Gestaltung der intensiv diskutierten strategischen Neuausrichtung des Bündnisses in Bezug auf die neuen globalen Herausforderungen. Neben seinen fachlichen Kenntnissen eignet er sich als exzellenter Redner insbesondere für die Darstellung der zukünftigen Ausrichtung westlicher Sicherheitsstrategien.
Eröffnung
Prof. Dr. Manfred G. Schmidt
Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Auszeichnung im Rahmen der Initiative "365 Orte im Land der Ideen"
Uwe Hollmichel
Deutsche Bank Heidelberg
Begrüßung durch die Veranstalter
Prof. Dr. Aurel Croissant
Institut für Politische Wissenschaft
Thomas Wencker, M.A.
Forum für internationale Sicherheit Heidelberg
Vortrag
“NATO 2020: The Greatest Alliance (For)ever Formed?”
Jamie Shea
Director of Policy Planning at the Private Office of the Secretary General
NATO Headquarters, Brussels
Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Sebastian Harnisch
Institut für Politische Wissenschaft
Im Anschluss an die Veranstaltung fand ein Empfang in der Bel Etage der Alten Aula statt.